Wie es begann

Es gibt Momente im Leben, die vergisst man nicht. Der Augenblick, als ich erfuhr, dass das Valashu-Epos nicht weitergeführt werden würde, war so einer. Ich erinnere mich noch genau an die Ungläubigkeit, die mich erfasste. Sicher, die Romane verkauften sich nicht so gut, wie man gedacht hatte, aber sie waren gut, und einen Band vor dem Ende aufhören? Sich der Chance berauben, dass weitere Leser darauf aufmerksam werden würden, wenn das Epos erst vollständig vorläge? Der Abbruch ds Zyklus war das totale Aus, das war klar. Wer kauft schon einen ersten Band von etwas, bei dem er oder sie weiß, dass das Ende nicht zu haben ist? Man kauft ja auch nicht einen Pullover mit nur einem Arm, der gerade mal als Dekorationsstück dienen kann.

Leider ist das Abbrechen von Reihen in der Fantasy nicht unüblich. In gewisser Weise ist es aus Verlagssicht sogar verständlich - erst recht, je weniger einzuschätzen ist, ob sich ein Buch wirklich nicht verkauft, weil es niemand haben will, oder ob die Leser einfach nur warten, bis der letzte Teil erschienen ist. Ein Teufelskreis hat sich da im Laufe der Zeit herausgebildet, aus dem es keinen leichten Ausweg gibt. Denn Leser, die wissen, dass Reihen eingestellt werden (können), warten gern, bis die Reihe komplett ist, um auf Nummer Sicher zu gehen. Aber gerade dadurch, dass sie das tun, dass sie warten, kommt es nicht mehr dazu, und man steht, letztlich, mit leeren Händen da. Mit einer unvollendeten Geschichte.

Seit ich von dem Aus erfahren hatte, war in mir die Idee, den Lesern irgendwie die Möglichkeit zu geben, die Geschichte doch noch auf Deutsch zuende lesen zu können. Weil ich den Roman hervorragend finde, weil mir der Autor sympathisch war, weil ich fest davon überzeugt war, dass dieser Zyklus es nicht verdient hatte, auf solche Weise in der Mottenkiste zu verstauben bzw. auf Wühltischen verramscht zu werden.

Und weil ich einfach nicht daran glaube, dass es die Qualität des Romans ist, die zu den geringen Verkaufszahlen führte. Die Rezensionen der überwältigenden Mehrheit derer, die gelesen haben, was bisher auf Deutsch zu bekommen ist, sprechen da eine klare Sprache.

Es gibt Stimmen, die behaupten, es wäre das Cover des letzten Bandes gewesen. Das weiß ich natürlich nicht, aber, nun ja, das Cover schreit jedenfall nicht gerade danach, es für absolut unwahrscheinlich zu halten, dass es eine gewisse ... nicht gerade verkaufsfördernde Wirkung auf an sich kaufwillige Konsumenten gehabt haben könnte. Wann immer ich dieses Cover betrachte, frage ich mich, an welche Zielgruppe es wohl gerichtet gewesen sein mag? Sicher nicht die, die es vom Inhalt her anvisiert.

Ich weiß nicht, ob es wirklich das Cover war. Ich denke aber, dass das Valashu-Epos zu jenen Werken gehört, die Zeit brauchen. Zwischen dem letzten Band "Der verfluchte Wald" und dem Aus lag gerade einmal ein gutes Jahr. Das ist nicht viel auf dem Buchmarkt, der immer schneller geworden ist, aber es ist für ein Buch, das eine Art Grenzgänger ist, wie sogar der verlagsseitigen Werbung zu entnehmen war, einfach zu wenig.


Zeit ist natürlich etwas, das mir bei diesem Projekt auch nur begrenzt zur Verfügung steht. Zuerst einmal müssen sich 100 Fans innerhalb von 4 Wochen finden, die an einen Sinn dieses Projekts glauben; dann bleiben 90 Tage in der Finanzierungsphase, in denen sich entscheiden wird, ob dieses Buch eine zweite Chance erhalten soll: zumindest diejenigen Leser zu erreichen, die immer noch darauf warten.

 

Hat es diese Hürde aber erst genommen, ist die Umsetzung - sprich die Veröffentlichung - garantiert. Denn selbst, wenn ich die Übersetzung aus irgendwelchen Gründen nicht persönlich zuende führen können sollte - der berühmte Dachziegel -, stehen mindestens zwei Übersetzer (ein er, eine sie) bereit, um die Arbeit fertigzustellen.